Ich dachte, ein Medikament würde vor allem im Kopf etwas verändern: Struktur, Fokus, weniger Chaos.
Und ja, das tut es.
Womit ich aber nicht gerechnet habe: Mein Körper reagiert mit.
Nicht ein bisschen, sonder so, dass ich es beim Gehen, Stehen, Atmen, Beugen, in meiner ganzen Haltung spüre.
Als hätte jemand einen alten, zu fest gezogenen Knoten gelöst.
Jetzt muss sich das ganze System neu sortieren.
Der Körper löst sich.
Ein schönes Gefühl: befreiend, ungewohnt und wackelig.
Wackelig, weil mein Körper die neue Haltung noch nicht kennt. Gerade stehen fühlt sich seltsam an – fast falsch, weil schief stehen jahrzehntelang normal war.
Es gibt neue unangenehme Stellen, die die alten ablösen. Neue Baustellen, neues Ungleichgewicht. Stellen, denen jetzt Muskulatur fehlt.
Es ist kein Erschlaffen, es ist ein Nachlassen der Dauer-Anspannung, ein Loslassen und gleichzeitig ein Neuaufbau.
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